Philosophie der Praktischen Vernunft
Autor:
Armin Wildermuth
ISBN:
9783796525674
Veröffentl:
2010
Verlag:
SCHWABE
Einband:
Gebunden
Gewicht:
782
Sprache(n):
Deutsch
Preis:
50,40 € (inkl. 7% MwSt)
Beschreibung
Lange vergriffen jetzt als Neuausgabe:
Heinrich Barths Philosophie der Praktischen Vernunft
Heinrich Barths Philosophie der Praktischen Vernunft ist zugleich eine gründliche Analyse von Immanuel Kants Kritik der praktischen Vernunft und die Grundlegung einer eigenständigen Philosophie der existentiell begründeten Vernunft. Ausgehend von den Marburger Philosophen Hermann Cohen und Paul Natorp, vertieft Barth deren transzendentalen Systemgedanken zu einem radikalen Prinzip, das die Wirklichkeitsfrage neu aufwirft. Letztere wird zwar auch in Kants zweiter Kritik gestellt, doch nicht im Sinne einer Handlungstheorie, sondern mit der Absicht aufzuweisen, dass es so etwas wie praktische Vernunft überhaupt "gibt". Genau darin aber erkennt Barth den Kern der Philosophie der Existenz, wodurch sich seine Philosophie der Praktischen Vernunft wie Sein und Zeit 1927 erschienen in einer noch zu erhellenden Verwandtschaft zu Martin Heidegger befindet. Dennoch könnte die Ausgangslage beider Philosophen verschiedener nicht sein. Weder Sein noch Tod geben die Leitlinien von Barths Interpretation vor, vielmehr die transzendental verstandene Vernunft und der Mensch, der wesensmässig vom Anspruch praktischer Verwirklichung herausgefordert ist. Grundsätzlicher als ethische Normen und Regeln werden hier die Grundlagen der praktischen Vernunft erachtet, die im Horizont von Platons "Idee des Guten" und Kants Begriff der "Pflicht" eine eigenständige Wirklichkeit beansprucht. Dass der Philosoph Barth auch offen ist für die Dimension der Glaubenswahrheiten zeigte sich schon bei seiner Mitarbeit an der "Dialektischen Theologie" in den frühen Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts.
Autoren Portrait
Heinrich Barth wurde 1821 als Sohn eines Kaufmanns in Hamburg geboren. Nach der Schule trat er aber nicht in die Firma seines Vaters ein, sondern studierte in Berlin Altertumskunde und Philologie. Erste Reisen führten ihn nach Spanien, Ägypten, Palästina, Syrien und Kleinasien. 1849 begann Barths Afrikareise als englische Afrikaexpedition, an der er teilnahm und von der er erst 1855 nach Europa zurückkehrte. In fünf umfangreichen Bänden berichtete er von seiner Reise, der große Erfolg blieb ihm aber verwehrt. Barth lebte noch einige Jahre in Berlin und lehrte als Dozent an der dortigen Universität. 1865 starb er - weitgehend vergessen - im Alter von nur 44 Jahren.Armin Wildermuth, Prof. em. für Philosophie an der Universität St. Gallen, ist Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Lucerna und Präsident der Heinrich- Barth-Gesellschaft (Basel).
